Rainer Widmann
Er ist der Kolpingfamilie Olching e.V. seit seinem 12. Lebensjahr eng verbunden. Dem Kolpingwerk trat er am 01. Januar 1972 bei. Sein Wirken geht weit über die Grenzen des Kolpingwerkes hinaus. Er investiert nicht nur viel Zeit, sondern hat viele Projekte aktiv, ideell wie auch finanziell in erheblichem Maße unterstützt. Sein besonderes Interesse gilt der Entwicklungshilfe.
Hier ein kurzer (unvollständiger) Überblick über seine Aktivitäten:
1974 war er einer von drei Gründungsmitgliedern des Stammes Olching der Deutschen Pfadfinderschaft St.Georg (DPSG). Auf seine Initiative wurde eine Partnerschaft mit Bolivien gegründet die bis heute besteht.
Er leistete den Erdbebenopfern im Rahmen einer kirchlichen und durch die Junge Union getragenen Initiative in Süditalien aktive Hilfe und leitete unentgeltlich den Wiederaufbau. Material und sogar eine Notkirche wurde unter seiner Mitwirkung dort hingebracht. Für diese Aktion wurde damals seinem Team der Heinrich Köppler Preis durch Bundespräsident Karl Carstens in der Villa Hammerschmidt verliehen. Dieses Erlebnis scheint eine Initialzündung für seine vielfältigen politischen Aktivitäten gewesen zu sein.
Mit seinem Engagement bei der Togohilfe Maisach begann seine aktive Beschäftigung mit Eine-Welt-Projekte. Die langjährige Vorsitzende Margit Kopp hat uns folgende Daten zur Verfügung gestellt: Rainer Widmann hat sich zu seinen aktiven JU-Zeiten sehr stark für die Togohilfe engagiert. Er hat in den 80er Jahren das Geld gesammelt, um eine Schule in dem sehr armen und abgelegenen Dorf Ménou zu finanzieren. Ménou liegt in einer Enklave an der Landesgrenze zu Ghana und wird von einem Fluss eingeschlossen, der aus Ghana kommt, um das Dorf herumfließt und dann wieder nach Ghana fließt. Das Dorf war quasi von Togo abgekoppelt und völlig vergessen. Als das Gebäude fertig war, tauchten plötzlich so viele Kinder aus dem Busch auf, die alle in diese schöne neue Schule gehen wollten, so dass er dann noch das Geld für eine zweite Schule sammelte und sie auch gebaut hat. Er ist auch persönlich mehrmals nach Togo gereist, stets auf eigene Kosten. In seiner Dozentenzeit bei der Bundeswehr hat er dann noch ein Vermessungsprojekt mit seinen Studenten in Togo ebenfalls bei Ménou durchgeführt, um eine Furt auszumessen, an der eine Brücke über den Fluss gebaut werden könnte, um das Dorf aus seiner Enklave zu holen.
Einen wesentlichen Beitrag zur Befriedung des militärisch ausgetragenen Grenzkonflikts in den 90er Jahren zwischen Peru und Ecuador erbrachte er als Betreuer von Studien und Diplomarbeiten gemeinsam mit Studenten der Hochschule für Vermessung in München. Durch seine Vermessungstätigkeiten zur endgültigen Festlegung der Grenze zwischen den beiden Konfliktstaaten legte er die Grundlage für den Friedensvertrag von 1998 in Brasilia, der die kriegerischen Auseinandersetzungen beendete.
12 Jahre nahm er das Amt des stellvertretenden Leiters des Entwicklungsausschusses der CSU wahr, sechs Jahre war er stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreis 3. Welt und Entwicklung der Jungen Union Bayern. Er war Landesdelegierter Bayern und sieben Jahre Kreisvorsitzender der Jungen Union FFB.
Enge Kontakte zu Bundesminister Dr. Gerd Müller, MdB a.D. Christian Ruck, Altministerpräsident Alfons Goppel, Staatsminister a.D., Thomas Goppel und MdB a.D. Dr. Eicke Götz entstanden in dieser Phase. In dieser Zeit hat er Entwicklungseinsätze in Guatemala, Peru, Togo, Kenia und auf den Philippinen geplant, geleitet und abgeschlossen. Herr Christian Ruck bestätigt u.a. dass er gemeinsam mit ihm mehr als 20 eigene kleinere Entwicklungsprojekte in der ersten Hälfte der 80er Jahre organisiert hat. Dazu „tingelten“ sie landauf landab durch den Freistaat, um Unterstützung insbesondere bei JU-Verbänden einzuwerben. Nach wie vor ist lt. Herrn Ruck Rainer Widmann eine treibende Kraft, die dafür sorgt, dass die CSU entwicklungspolitisch aktiv bleibt. Herr Dr. Götz weist in seinem Empfehlungsschreiben darauf hin, dass auf seine Initiative sowohl viele Grundsätze weltweiter Entwicklungsarbeit als auch die Gründung des Senior Expert Service zurückzuführen sind. Nach wie vor ist er im vorpolitischen Raum fest verankert und stellt seine Beziehungen regelmäßig in den Dienst wertvoller Projekte insbesondere im Kongo und Kenia.
-Seit 1979 unterstützt er den Olchinger Ehrenbürger und Ehrenpräses der Kolpingsfamilie Olching Pfarrer Josef Aicher bei seiner Arbeit im Kongo in vielfältiger Weise. Vor Ort nahm er Vermessungen vor, unterstützte beim Brücken- und Wegebau, bei diversen Kleinprojekten im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe und vermittelte kompetente Hilfe durch Ingenieure ohne Grenzen. Anfangs wurde ein Förderkreis Josef Aicher gegründet, der mit seiner Hilfe engen Kontakt mit Yaloya im Kongo und Josef Aicher bis heute hält. Vielfältige Projekte wurden und werden in dieser langen Zeit durch Spenden in enger Zusammenarbeit mit der Kolpingsfamilie Olching realisiert: Anschaffung von Geräten und Werkzeuge für Werkstätten, Verbesserung der Kommunikation durch Anschaffung eines Satellitentelefons, Anschaffung eines geländegängigen Autos (das im Krieg leider geraubt wurde), Hilfen beim Wiederaufbau nach dem Krieg, Bau einer Krankenstation in Yaloya, Nothilfen bei einer Malaria-Epidemie, Anschaffung eines Traktors mit Anhänger, Bau eines Funkmastes, Aufbau einer Zahnarztpraxis in Ikela, Nähschule in Mondombe, Etablierung eines Schulgeldfonds uvm.. Rainer Widmann sorgte für die Organisation von Unterstützung durch die BEGECA, Missio, Miserior, Sternsinger sowie die Abwicklung der Transporte über die MIVA.
-Seiner Intervention und weitläufigen Vernetzung ist es zu verdanken, dass 2008 das Regenwaldprojekt RECOF mit Unterstützung der Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, Thomas Goppel und dem Salzburgen Bischof Alois Kothgasser auf den Weg gebracht werden konnte. Es wird seither ein Regenwald von ca. 500.000 ha geschützt. RECOF ist heute mit Hilfe von Dr. Christian Ruck durch GIZ Kinshasa unterstützt. Als Chinesen vor einigen Jahren mit Erlaubnis des Staates mit dem Fällen eines wertvollen Baumbestandes begannen, konnte er nach dem Hilferuf von Pfarrer Aicher über Dr. Gerd Müller erreichen, dass mit einem Stopp der Zahlungen durch die Weltbank die Aktion eingestellt und die Lizenzen widerrufen wurden. Pfarrer Aicher arbeitet seit 42 Jahren im Kongo. Er wird dieses Jahr 88 Jahre alt. Die Gründergeneration des Förderkreises ist altersbedingt ausgeschieden. Rainer Widmann ist der Motor der Afrikaarbeit der Kolpingsfamilie Olching und sorgt für Nachwuchskräfte über die Kolpingmitglieder hinaus. Er verfolgt beharrlich das Ziel, auch nach der Beendigung der Arbeit von Pfarrer Aicher nachhaltig die Partnerschaft mit Yaloya zu erhalten.
-Die Organisation „Eine Welt“ hat auf seine Initiative die Kolpingsfamilie Olching aufgenommen.
-Im Rahmen des Projektes „1.000 Schulen für die Welt“ hat unser Landkreis die Patenschaft für 10 Schulen übernommen. Zwei Grundschulen entstehen gerade unter seiner Federführung in Bomongo/Kongo und Githungri/Kenia. In Kenia arbeitet er sehr eng mit Bruder Karl Schaarschmidt zusammen. Sie errichteten kürzlich erfolgreich Zisternen.
- Als Gastdozent unterrichtete er in Südamerika und an der Universität Nairobi Straßenbau. Die Hochschule in Nairobi hat ihm die Ehrendoktorwürde verliehen, die er aber weder erwähnt noch nutzt.

Rainer Widmann bei ...
